Bozen — 7.Tag — 9.10.

Samstag, Oktober 9, 2021 at 20:40:26

Siebter Tag 9.10.

Am Ende noch einmal ein Highlighttag. Traumhaftes Wetter, der Plan wurde geändert, aber zum besseren!

Der Reihe nach. Die Programmpunkte waren klar. Erstmal eine Stadtführung, dann die Oswald-Promenade, dann Feierabend, packen und morgen nach Hause. Zumindest bis zum ersten Punkt ist es auch so gekommen.

Die Stadtführung war etwas kurios. Es hieß, es solle 2h dauern. Die Führerin führte sich gleich ein, dass alles auf deutsch und italienisch stattfinden würde. Das ist auch an sich kein Problem, wenn man nicht in jeder Sprache 10 min oder länger am Stück redet. Die Frau wusste unglaublich viel, hatte aber wohl überhaupt keinen internen Plan, was sie gern schaffen wollte. Nach 2h und viellicht 1km Weg meinte sie dann “oh, die Zeit ist um, ihr seid frei”.

Gelohnt hat es sich trotzdem. Wir hätten sonst nicht erfahren, dass es keine Verbindung von Bozen zum Herrn von der Vogelweide gibt. Es war reiner Kulturkampf gegen den italienischen Teil des Bistums, der seinerseits eine dreimal so große Skulptur aus Bronze von Dante aufstellen liess. Früher waren die Menschen auch nicht schlauer.

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Walther auf dem Waltherplatz
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Walther auf dem Waltherplatz, Detail

Ebenso super spannend, dass die Häuser der Laubengänge

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Laubengasse Bozen mit Bergen

an der Straße nur 3.70m breit sein durften, dafür aber bis zu 70m tief gebaut wurde. Da auch in die Erde, meist 3 Etagen, und nach oben, meist 4 Etagen gebaut werden durfte, musste man sich was einfallen lassen, wie man Licht in die Gebäude bekommt. Man hat deshalb bereits ab dem 13. Jhdt Lichtschächte in die Gebäude eingebaut, die auch als Treppenhäuser dienen.

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Lichtschacht in einem Laubengassenhaus

Noch heute kann man durch viele der Gebäude von einer Straße zur anderen wechseln.

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Fensterläden in der Sonne

Ohne Führung hätten wir uns nie getraut, einfach in die Häuser hinein zu gehen. Es lohnt sich doch eigentlich immer! Auch in den Dom sind wir so noch gekommen, auch aus derselben Zeit, wie die Kirche in Werne. Ich fühle mich da gleich an zuhause erinnert.

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Schwalbenklappen am Dom
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Altarraum Dom zu Bozen

Eine Besonderheit ist ein Ginko, den Sissi der Stadt gespendet hat und der sehr aufwendig gerettet wurde, als das umliegende Gebäuder saniert wurde.

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Ginkofenster

Statt nach der Stadtführung wieder ins Hotel für eine Pause, haben wir das strahlende Wetter genutzt, und einfach auf einer Bank in der Sonne mit einem Foccacio Pause gemacht. Der Plan für den Nachmittag wurde dann dank musemobil Card kurzfristig geändert. Warum nicht nochmal auf den Berg? In der Stadt war Hochsaison, wuselig voll, oben würde sich das hoffentlich verlaufen. Also ab in die Seilbahn und mal wieder die 1000m nach oben. Eigentlich wollten wir dort nur einen Kaffee trinken und wieder runter, aber es war einfach zu schön! Im Hotel Post Viktoria auf einer Balkonterrasse gab es den Kaffee und ein Eis mit Himbeeren und eine lange Pause mit Blick auf die Dolomiten.

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Blick vom Hotelbalkon

Als wir uns endlich dort losreißen konnten, ging es nicht direkt wieder nach unten, sondern es gab noch einen Spaziergang nach Maria Himmelfahrt,

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Esel
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Glockenblumen

dem nächsten Ort. Dort sollten noch ein Paar Aussichtspunkte auf Bozen sein. Tatsächlich haben wir die Punkte gefunden und der Weg hat sich gelohnt! Leider war es etwas diesig, aber trotzdem. Weil die Dolomiten so steil sind, steht man oft an Abhängen, die mehrere hundert Meter hoch sind. So auch hier: knapp 900 m geht es mehr oder minder senkrecht nach unten und dort liegt die Stadt im Glanz der Nachmittagssonne. Atemberaubend!

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Blick von Mariä Himmelfahrt auf Bozen

Besonders beeindruckt haben mich die tief eingeschnittenen Schluchten.

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Typische Schlucht in den Dolomiten

Keine Ahnung, wie viele weitere Bilder der Berge ich heute noch gemacht habe. Was solls, hauptsache ein schönes ist dabei!

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Abschiedsfoto

Nach einer weiteren halben Stunde Sonnenbaden vor der Seilbahnstation ging es wieder ins Tal. Dort war es nochmal 5 Grad wärmer. Kurz ins Hotel, dann zum Abschiedsessen ins Vögele, wo es die besten Knödel geben soll. Die Knödel waren schon lecker, sowohl Sannes, als auch meine, aber der absolute Hammer war der Nachtisch. Kaiserschmarn in karamelisierter Butter gebacken, dazu Preißelbeeren. Leckerst! Ein sehr gelungener Abschied eines richtig schönen Urlaubs!

Morgen früh müssen wir ca um 7 Uhr aus dem Haus, um entspannt den Zug nach Wörgl zu bekommen. Wenn alles gut läuft, sind wir zur Tagessschau wieder in Ahrensburg.

Der Urlaub tat richtig gut und hier kann man nochmal hin!

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