Bozen — 6. Tag — 8.10.

Freitag, Oktober 8, 2021 at 20:01:35

Sechster Tag 8.10.

Das Wetter ist schon enorm wichtig. Heute sollte es viel Sonne geben. Einen Plan hatten wir noch nicht, aber die Aussicht auf Sonne war schon vorher schön.

Beim Frühstück fragte uns die Tischnachbarin, “ob wir auch kleine Gäste im Zimmer hätten”. Bei ihr ging es vermutlich um Kakerlaken und irgendwas, was im Bett lebt. Das erklärt unsere Chlorvergiftung von gestern. Zum Glück haben wir bisher weder die einen, noch die anderen Tierchen bemerkt. Toi, toi, toi!

Unsere Entscheidung für heute fiel auf eine Seilbahnfahrt nach Oberbozen und dort dann mal schauen, welcher Weg sich anbieten würde. Auf dem Weg dahin noch schnell die Stadtführung für morgen gebucht. Das wird ein entspanntes Frühstück, denn die Führung beginnt erst um halb elf!

Es ist erstaunlich, wie schnell man sich gewöhnt. Die sensationelle Seilbahn vom ersten Tag war jetzt schon Routine. Unterwegs konnte man ein von einem Erdrutsch begrabenes, kleines Hotel sehen. Sonntag war uns das nicht aufgefallen. Ob das in den letzten Tagen passiert ist?

Oben angelangt entschieden wir uns für eine Wanderung zum Wolfsgrubener See. Direkt nach dem Aufbruch begeneten wir einer Lamawandergruppe. Wem spazierengehen langweilig findet, kann ein großes, störrisches Tier mieten, um unterwegs immer mal Probleme
zu haben. Jedenfalls war das unser Eindruck. Die Lamas sind allerdings sehr hübsch aus der Nähe anzusehen!

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Wanderung mit Lamas

Der Weg zum See war auf Teilstücken erstaunlich schwierig zu passieren, obwohl er als leicht angepriesen war. Als wir schliesslich ankamen, war der tolle Badesee winzig! Laut Tafel 100000 m^3 auf 30000 m^2, Alles eingezäunt, weil Privatbesitz der Hotels dort. Ziemlich enttäuschend.

So kam die Frage nach dem “Wat nu?” auf. Erstmal haben wir in der brütenden Sonne, sicher knapp 30°C , ein längeres Päuschen eingelegt. Eine Idee war, die Tour zum Schwarzen See nachzuholen. Doch Dank eines Blickes durch die Webcam war klar, dass da oben nicht die Sonne scheinen würde. Also ging es zur Schmalspurbahn, mit dieser nach Klobenstein und dort eine Wanderung hoffentlich ohne Überraschungen zu den Erdpyramiden. Da die Sonne schien, sie hat ja bekanntlich keine Wahl, war es auch nicht so schlimm, dass der Weg eine Weile die Straße begleitete.
Die Ausichten haben absolut entschädigt!

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Dolomiten in der Sonne
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Die Kunst der freien Übersetzung
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Dolomitenpanorama

Als wir die Erdpyramiden dann aus der Ferne sehen konnten,

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Erdpyramiden
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Erdpyramiden Detail

haben wir den Abstieg dorthin, und den unbedingt folgenden Wiederaufstieg, gegen eine Pause bei Kastanientorte und schöner Sonne getauscht. Kastanientorte ist eine interessante Sache. Von de Konsistenz ähnlich zu Marzipan, jedoch ganz ohne dessen Süße.

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Eine gelungene Pause I
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Eine gelungene Pause II

Unterwegs kamen wir an einem selbstgebauten Infinitypool mit unschlagbarer Aussicht vorbei.

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Inifinitypool

Zurück Ricihtung Klobenstein nahmen wir die Feenpromenade mit meiner neuen Lieblingsbank

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Die neue Lieblingsbank

mit wunderschönem Ausblick

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Blick von der Lieblingsbank

und einem
Abendkreis der Kühe.

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Abendkreis der Kühe

und noch zwei oder drei fantastischen Ausblicken auf die Dolomiten in der Nachmittagssonne.

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Bänke wissen sie zu stellen in Südtirol
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Dolomiten in der Sonne

Wieder in Klobenstein stand die nächste Entscheidung an: Schmalspur- und Seilbahn oder Bus? Fälschlicherweise nahm ich an, dass ein Bus schneller sei. Weit gefehlt! Aber trotzdem die richtige Entscheidung. Die Aussichten auf Berge und Täler von den Serpentienen der Linie 165 aus war unglaublich! (Und Linie 165 fehlt in Openstreetmap!)

Insgesamt ein herrlicher Spätsommertag in den Dolomiten und schon unser vorletzter! Zu unserem Glück soll es auch morgen Sonne pur geben.

Vom Bahnhof aus waren wir faul und nahmen die Line 201 zum Hotel. Kurze Pause und dann den warmen Abend geniessen und in der Stadt etwas zum Abendessen suchen. Nudeln bzw, Knödel mit Pilzen waren die Wahl. Diesmal lecker! Dazu ein Andechser und noch eins und dabei dem quirligen Treiben in Bozen zuschauen. Zufrieden!

Insgesamt sind in Bozen sehr, sehr viele Radfahrer unterwegs. Die Stadt wirkt wie ein Jungbrunnen, wenn man sie mit der geriatrischen Abteilung Meran vergleicht. Trubeliges Freitagabendleben!

Eine lustige Anekdote: Auf dem Weg zum Hotel ist eine Drückampel für Fußgänger. Drückt man nicht, wird diese nicht grün. Die Bozener drücken nicht. Man kommt nicht gut über diese Straße und auch, wenn man bereit ist, bei Rot zu gehen, ḿuss man eine Weile warten. Drückt man jedoch, wird es in Sekunden grün. Entweder diese Art Ampel ist hier noch neu oder der Bozener an sich ist Anarchist und will sich sein Recht bei Rot zu gehen nicht von einer gewöhnlichen Drückampel nehmen lassen. Ich weiß es nicht, amüsiere mich aber prima, wenn wir mal wieder der wartenden Meute die Querung begrünen.

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