Bozen — 2.Tag — 4.10.

Mittwoch, Oktober 6, 2021 at 09:29:00

Zweiter Tag 4.10.

Heute sind wir mit dem Bus zum Jenesien hinauf. Bozen liegt auf 260m üNN, Jenesien 1150m und unser erster Aussichtspunkt lag auf 1180m. Bis zum letzten November gab es eine Seilbahn, die die 900 m in 7 min geschaft hat. Leider verzögert sich der Neubau um ein paar Jahre, so dass frühestens 2024 wieder mit einer Seilbahn der steile Berg erklommen werden kann.

Mit dem Bus, der freundlicherweise mehr oder minder direkt vor dem Hotel hält fährt man ca 25 min. Man kann nur hoffen, dass die Bremsen immer gut gewartet werden! Heute wollte Sanne auf jeden Fall die Wanderstöcke ausprobieren, nachdem gestern in Pemmern keiner von uns die Idee hatte, obwohl die Stöcke dabei waren. Und ohne die Stöcke wäre der Tag sicher ganz anders verlaufen!

Von der Bushaltestelle zum Aussichtspunkt ging es sofort extrem steil aufwärts, aber alles noch asphaltiert.

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Aussicht über Jenesien

Unser eigentlicher Plan zu diesem Zeitpunkt war noch, eine Weile in Jenesien herumzuspazieren und dann mit dem Bus wieder runter nach Bozen zu gondeln. Direkt am Aussichtspunkt war aber ein Wegweiser zur Ruine Rafenstein, die man sehr schön aus der Altstadt über Bozen thronen sieht. Als Entfernung waren 50 min angegeben, also eine sehr überschaubare Entfernung. Wir haben dann etwas über 2h benötigt, aber eins nach dem anderen.

Das erste Stück ging es durch das Dorf, schöne besonnte Kühe und malerische Häuser inklusive.

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Kühe in Jenesien

Am Ende des Dorfes ging es links ab auf Route 2 Richtung Wald. Am Waldrand hätten wir stutzig werden können, denn es lag dort noch ein Schild “Weg gesperrt”, aber datiert bis zum 3.9. . Die Bauarbeiten waren also lang vorbei. Ab hier ging es steil, sehr steil bergab. Sanne hatte schon beim Abstieg vom obersten Aussichtspunkt die Stöcke rausgeholt. Ab hier wurden diese nun wirklich nötig. Nach ein paar hundert Metern fing das Geröll an, Geröll mit 10% Gefälle im Schnitt,

Sanne hat sich aber tapfer weiter gekämpft. Ohne Stöcke wäre sicher nichts gegangen, mit den Stöcken hat Sanne es geschafft und wir mussten nicht umkehren!

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Sanne hat es geschafft!

Irgendwann waren wir aber einfach kaputt und die letzten 50m Felsen und Geröll waren ein heftiger letzter Schritt. Ganz am Ende, vielleicht einen halben Kilometer vor der Ruine, war der Weg bergauf übrigens noch gesperrt. Vermutlich hatte oben einfach jemand Schild und Sperre weggeräumt und wir waren üben einen noch gar nicht fertigen Abschnitt heruntergeklettert. Geschafft, das ist das Wichtige! Schließlich gab es wieder einen befestigten, sogar asphaltierten Weg.

Die Aussicht auf die Ruine, heute Ruhetag im Cafe, und die dahinterliegenden Dolomiten haben für die Mühen einigermaßen entschädigt.

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Ruine Rafenstein

Der Weg Richtung Bushaltestelle führte zwar wieder bergauf, allerdings an reifen Äpfeln vorbei, von denen ich einen für Susanne stahl! Er soll sehr lecker gewesen sein.

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Reife Äpfel

An der Bushalte angekommen, gab es scheinbar keine Haltestelle bergab, nur eine bergauf und der Bus war weg, so dass wir eine halbe Stunde warten mussten. Jedenfalls laut Fahrplan. Seltsamerweise fuhren bergab aber mehr Busse als bergauf. Ein Rätsel für spätere Besuche. Das Rätsel mit der fehlenden Haltestelle klärte sich beim Blick um die nächste Kurve oberhalb. Ca. 150m weiter oben wäre es eine Stunde eher ins Hotel gegangen. Zum Glück war es schön und erst ganz am Ende kamen ein paar ganz wenige Tropfen Regen. Wir sind dann einfach nochmal hoch gefahren und sitzen geblieben. Die Aussicht vom Bus in die Schluchten um Bozen ist atemberaubend!

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Aussicht von der Bushaltestelle

Die Fahrerin fuhr auch einen eiligen Stiefel.

Unten angekommen erwies sich der angekündigte Regen als ca. 3 Tropfen, so dass wir nach einem Stündchen Pause Richtung Alstadt sind, um ein Restaurant zu suchen. Es wurde eines für Tiroler Spezialitäten, die köstlich, aber knapp bemessen waren. Ohne Nachtisch wäre ich jetzt hungrig, doch dagegen half ein Tiramisu bei mir und ein Scheiterhaufen mit Vanillesoße bei Susanne zuverlässig. Lecker, lecker!

Genug Abenteuer für einen Tag! Morgen geht es zu Ötzi ins Museum.

Am Abend konnte ich mittels Streetcomplete sogar noch Infos über den heute gewanderten Weg in Openstreetmap ergänzen.
Fantastisches Tool!

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