Bozen — 1. Tag — 3.10.

Dienstag, Oktober 5, 2021 at 22:53:53

Erster Tag 3.10.

Beide haben wir herrlich geschlafen, die Betten haben also ihre Aufgabe erfüllt. Erstaunlich, was hier bis tief in die Nacht für ein Leben auf der Straße ist. Bis Mitternacht war high life, dann habe ich geschlafen. Ok, wir sind direkt am Rande der Innenstadt, da kommt wohl noch ein Haufen Partyvolk vorbei.

Die Warmwasserversorgung ist zögerlich. Soll heißen, dass schon nicht nur kaltes Wasser kommt, aber wirklich auch kein heißes, zumindest nicht aus dem Wasserhahn. Hat bisher noch nicht gestört.
Frühstück gibt es nur von 8 bis 9. Die einzig mögliche Zeit für Frühstück ist folglich Punkt 8. So waren wir natürlich die ersten. Der Kaffee heiß und stark und, obwohl einen großen Becher bestellt, habe ich eher so einen doppelten Espresso in einer großen Tassse bekommen. Die Brötchen waren warm, vermutlich, weil direkt neben dem Hotel ein Bäcker ist. War echt ok und ich vermute, dass es die nächsten 7 Tage exakt genau so ablaufen wird.
Unser erster Gang führte uns dann wieder in den Bahnhof, da wir die museumobil Card kaufen wollten und es diese sonntags nur am Schalter im Bahnhof gibt. Von der versprochenen Sonne war nichts zu sehen, was leider auch den ganzen Tag so blieb. Da wir schon da waren, wollten wir auch gleich die Rückfahrt buchen. Das scheint aber irgendwie schwierig. Die Dame am Schalter verwies auf den Schalter, der nur in der Woche geöffnet hat. Sie meinte noch, dass sie gehört haben, man könne die Tickets für diesen Zug auch im Zug lösen. Aber nur gerüchteweise. Hmmm. Lieber im Laufe der Woche nochmal an den Schalter.

Aber dann: wenige hundert Schritte weiter geht es mit der Seilbahn 1000m in die Höhe nach Oberbozen. Die Seilbahn überwindet dabei in knapp 7 min 900 Höhenmeter. Oben angekommen ist die Luft herrlich klar. Nach kurzer Überlegung haben wir die Freud-Promenade genommen, die von Oberbozen nach Klobenstein führt. An vielen Stellen hat man einen Blick auf die Dolomiten, die aber heute gleich unter zwei Schichten Wolken lagen. Ab und zu konnte man einzelne Gipfel sehen, meist aber waren nur Teile zu sehen. Für Flachländer trotzdem alles eindrucksvoll!

Weidende Kühe im Vordergrung, Berge im Nebel im Hintergrund
Erster Blick auf die Dolomiten

Der Weg selbst wunderschön! Keine Bergwanderung, eher so Stadtparkqualität, aber sehr still. Oft waren die eigenen Schritte das einzige Geräusch, nur ab und an kamen uns Grüppchen entgegen. Es gab viele Bänke, alle jeweils mit einer Tafel mit einem Spruch von Freud versehen.

Bank an der Freudpromenade
Bank an der Freudpromenade

Dort oben haben sich wohl eine Reihe
sehr wohlhabender Menschen niedergelassen. Es gibt Reihenweise spektakuläre Architektur! Mir haben besonders
die Pools gefallen: Normale Rechteckige Pools sind zusätzlich umgeben von einer Art Uferzone. Die normal Poolumrandung liegt etwas unter Wasser, so dass eine kleiner Bereich rundherum mit geflutet wird und die Anmutung eines Sees erhält. Sehr schick!

Am Busbahnhof von Klobenstein gab es in der Kaiserau zum Mittag Kaffee und Kuchen. Wir hatten gesehen, dass ein Bus nach Pemmern fährt und man von dort zum Rittener Horn mit einer weiteren Seilbahn käme. Da alle Nahverkehrsmittel in der museumobil Card enthalten sind, war der Entschluss leicht gefasst.

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Selfie im Verkehrsspiegel
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Selfie im Verkehrsspiegel - Detail

Das Rittener Horn liegt immerhin schon bei über 2000m! Leider, als wir ankamen, funktionierte die Karte dann doch nicht. Die Seilbahn, im Gegensatz zu anderen, ist kein öffentlicher Nahverkehr. Wie zum Trost erfuhren wir aber am Schalter, dass oben am Horn eh Nebel sei. Da haben wir diese Exkursion kurzerhand abgebrochen. Ein paar Meter sind wir dann noch zu Fuss den Berg rauf, bevor wir lieber mit dem Bus zurück nach Klobenstein sind. Von dort dann mit der Schmalspurbahn äußerst idyllisch zurück nach Oberbozen und mit einer Seilbahngondel fast für uns allein wieder runter nach Bozen. Großartige Ausblicke!

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Blick auf Bozen aus der Ritten-Seilbahn

Wieder unten gab es erstmal eine Focaccio vom berühmten Obstmarkt. Köstlich salziges Brot, das scheinbar wie Pizza belegt wird. Wirklich richtig lecker!

Dann war aber erstmal eine Pause mit Beine ausstrecken im Hotelzimmer.

Zum Abend sind wir die Trafler langspaziert. Die Sonne kam heraus, so dass wir das original italienische Theiner Eis probieren mussten!

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Giebel in der Sonne

Wir haben uns gewundert, wie viel unorganisierten Sport es hier gibt. Entlang des Flusses gibt es jede Menge Spielfelder für Fußball, Volleyball und Softball und überall spielten Gruppen miteinander. Nach Vereinssport sah das nicht aus. Könnte es so etwas auch zuhause geben?

Gleich wird der Tatort gestreamt! Etwas Tradition muss ja bleiben.

Wirklich interessant ist, dass mit dem Verlassen der deutschen Nachrichtensphäre auch die Folgen der Bundestagswahl komplett aus dem Bewusstsein verschwunden sind. Das muss wohl Urlaub sein!

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